3.12.2018: “Spirit of the Sea” – auf dem Weg ins Winterlager

Die Fahrsaison 2018 ist nun endgültig vorüber.  Die batterien wurden ausgebaut und in die Winter-Sicherheit gebracht. Unser Christian organisierte den Transfer ins Winterlager in die Halle der Marina Saal. Mitte Februar wird sie wieder zu Wasser gelassen. 

unser neues Fahrschulboot:

Die “Spirit of the Sea”

Beitrag vom 26.10.2018 – Autor: Hans Sakowski

Ultramar 610 Pilothouse

Zwei Gründe veranlaßten uns, ein neues Fahrschulboot anzuschaffen:

  1. Die Zahl unserer Fahrschüler war in letzter Zeit sehr gestiegen.
  2. Die Zeit von der ersten Fahreinheit bis zur Prüfung ist knapp.
    Unsere MANNA war mittlerweile voll ausgelastet. Da wir jedem Schüler ausreichend Übungszeiten zur Verfügung stellen wollen mußten wir nicht nur unser Team sondern auch die kleine Flotte erweitern. 

Auf der Suche nach einem optimal an die Bedürfnisse und Anforderungen eines Schulungsboots zugeschnitten Bootes fiel nach langem Überlegen und Vergleichen unsere Wahl auf die  Ultramar 610 Pilothouse.  Dieses Schiff wird in der polnischen Werft Darecko in Augustov produziert. Dieselbe Werft baut übrigens auch für Jeanneau´s Merry Fisher Bootsschalen.

Der große Vorteil: Durch die eingebaute Dieselheizung können wir nun auch Fahrpraxis-Ausbildungen in der kalten Jahreszeit anbieten. 

Erste Erfahrungen bei der Jungfernfahrt

Das Boot war gerade aus Belgien geholt worden. Als der Traktor die Spirit zu Wasser slippen wollte, meinte der Traktorfahrer:

“Ich fahre runter bis das Heck im Wasser ist, Du bist auf dem Boot und kannst dann mit Motor das Boot vom Trailer ziehen.. “

Ich war skeptisch  denn ich erinnerte mich, was  unser Yachthändler Ulrich Hilgers von hilgers-yachting mir bei der Abholung und Einweisung gesagt hatte: ” Paß auf, der Motor hat eine elektronische Wegfahrsperre, die kriegst Du nur mit der Fernbedienung auf. Und wenn Du es nicht richtig machst springt Dir der Motor nicht an!” In Gedanken sah ich mich schon im Hafen herumtreiben – ohne Antrieb, Auch keine Paddel an Bord da das Boot noch nicht ausgerüstet war. Ich lehnte daher dankend ab und verholte das Boot mit der Leine.

Nächster Tag: Jungfernfahrt mit Familie

Der nächste Tag gab mir recht. Das Boot lag im Wasser ich ließ den Motor herunter.  Schaltete die Batterien ein. Entriegelte die Wegfahrsperre mit der Fernbedienung. Startete den Motor – kein Mucks! Wiederholte die ganze Prozedur wie eingewiesen. Mehrere Versuche zu starten – kein Mucks! In meiner Not rief ich Ulrich Hilgers an und klagte ihm mein Leid. Hilfsbereit ging er mit mir nochmal alle Schritte durch: 

  • “Hast Du die Batterien eingeschaltet?
  • Ist der Quickstopp richtig befestigt?
  • Ist der Schalthebel auf Leerlauf?”
  • Hast du die Ersatzfernbedienung ausprobiert?

Ich beantwortete alles mit Ja. “Dann weiß ich auch nicht!. Der lief doch! Wir haben es selber zusammen auf der Maas ausprobiert!” 

Ich war verzweifelt. Ulrich Hilgers hat sich sehr bemüht mir weiterzuhelfen. Danke an Ihn! Auch für die gute Übergabe und Betreuung sowie für die gute Geschäftsabwicklung. Wenn er vor Ort gewesen wäre hätte er den Fehler sofort gesehen. Ich kann ihn nur empfehlen.

Aber Sohn Deniz (14) war dabei. Er meinte: “Laß mich mal probieren”. Er probierte ein paar Sachen aus. Zu meiner Frau sagte ich noch: “Wenn der das jetzt hinkriegt schrei ich “Scheisse!” Plötzlich wrumm.. Die Maschine lief!

Ich schrie “Wahnsinn!”

Deniz meinte: “Du bist gewohnt daß der Leerlauf bei senkrechter Hebelstellung drin ist. Bei dieser Schaltung ist er aber in 45 Grad Stellung drin und Du warst praktsich die ganze Zeit im Rückwärtsgang.

Wie blöd bin ich eigentlich dachte ich!

Erste Eindrücke

Es war ein kalter regnerischer Spätherbsttag. Doch diesmal entfiel das “Brrrrr! wie kalt!” Nachdem wir die Schiebetür geschlossen hatten und die WEBASTO – Dieselheizung bereits kurz nach dem Einschalten fast unhörbar schnurrend ihren Dienst antrat, war die Kabine bald so wohlig warm.  daß wir sogar die Jacken getrost ausziehen konnten.  Der große Scheibenwischer tat brav seinen Dienst indem er gegen den Regen gute Sicht nach vorne schaffte. Die großen Seiten-Schiebefenster boten eine fast ungestörte Rundumsicht. 

Auch der Motor schnurrte durch die geschlossene Kabinentür kaum hörbar im Leerlauf. Selbst bei Halbgas auf der Donau war die Maschine erstaunlich leise und man konnte sich gut unterhalten. Die Wellen spürte man kaum und das Boot wiegte sich nur sanft. Die zweite Überraschung kam beim Lenken. Für ein Boot dieser Größe lief es erstaunlich kursstabil.

Wir gingen in Gleitfahrt. Mit kurzem Vollgas hob der kraftvolle 100 PS-Yamaha die SPIRIT mühelos elegant und weich auf die Wellen. Dabei lag das Boot stabil auf dem Wasser und wir glitten mit fast 28 Knoten/(ca 52 km/h) über die Donau! Und das mit 4 Personen und vollem Tank beladen – ein sehr guter Wert! Ich überlegte ob man damit womöglich auch einen Wasserskifahrer ziehen könnte? Möglich! Eh wir uns versahen, waren wir von der Marina Saal im Bootshafen Kapfelberg angelangt. Und ebenso schnell waren wir in 10 Minuten wieder in der Marina Saal!

Kurz testeten wir noch die eingebaute elektrische Ankerwinde, die nicht nur von Deck aus mit zwei Fußtastern bedienbar ist, sondern auch per Fernbedienung aus der geschützten Kabine zu betätigen war, ohne diese Verlassen zu müssen. 

Ebenso zuverlässig zeigte der hervorragende Kartenplotter Lowrance Elite 5 chirp nicht nur exakte Position, Geschwindigkeit ( FÜG und FdW) sondern durch das eingebaute Fishfinder.Echolot auch ein brillantes Bild der Unterwasserwelt. Eine MOB-Taste und WEgpunkteinstellungen führen das Boot präzise zum MOB-Punkt. 

Skipperin Carmen war begeistert und reservierte das Boot gleich für den Sommer 2019 für einen Tagesausflug mit ihren beiden Freundinnen! Trotz des miesen Niesel- und Regenwetters und der Kälte war es ein angenehmer Ausflug und durch die wohlig warme Kabine hat es allen sehr gut gefallen!

Jetzt bin ich nur noch auf den Spritverbrauch gespannt!

Praxisausbildung  auf diesem Boot führt nht nur sicher zur Prüfung sondern macht noch einen Riesenspaß dabei!

Euer Hans

Technische Daten:

Länge:

Breite:

Tiefgang:

Motorisierung:

Treibstoff:

Tankinhalt:

Wassertank:

Max. Speed:

6,10 m

2,50 m

0,60 m

100 PS Yamaha

Benzin

90 L

40 L

55 km/h= 30 kn

 Instrumente + Elektrik:

  • Speedometer
  • Drehzahlmesser
  • Tankanzeige
  • Verbrauchsanzeige
  • Außentemperatur
  • Spannungsanzeige
  • Lowrance Plotter Elite 5 chirp
    mit Tiefenmesser Bluetooth®/WLAN/microSD
    – Kartenplotter (NAVI)
    – Anzeige Geschwindigkeit ( SOG)
    – ( Fishfinder) Tiefe mit Tiefenalarm
    – Wassertemperatur
  • 2 Batterien: Motor und Service
  • Batterieumschalter 1 oder 2 oder 1+2
  • elektrische Ankerwinsch mit Fußschalter am Bug zusätzlich mit Fernschaltung aus Steuerstand.
  • Pflugscharanker mit Edelstahlkette.
  • elektrische Lenzpumpe zusätzlich mit Handlenzpumpe
  • Benzinfilter mit Wasserabscheider
  • Feuerlöscher

Besondere Ausrüstung/Eigenschaften:

Innen:

  • Geschlossene Kabine mit Schiebetür, Schiebefenster BB. und StB., Lüfterhutze, Dachluke,
  • Tisch, Innenbeleuchtung
  • höhenverstellbarer Fahrer-Schalensitz + 2 Sitzplätze
  • 2 Kojen
  • Süßwasser-Spülbecken, (40 l Tank),
  • Webasto Diesel-Heizung
  • Scheibenwischer

Außen:

  • Reling vom Cockpit bis Bug und Handlauf-Leisten am Dach
  • Teakflex -Boden
  • 2 Sitzbänke (mit Polster) für je 2 Personen
  • + 2 Sitze am Heck
  • Cockpitverdeck (Kuchenbude)
  • je 2 Klampen Bug und Heck
  • Badeleiter mit kleiner Badeplattform
  • 8 Fender